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Heute morgen im Auto...

also ehrlich. Mehr als Empörung über meine heutige Fahrt zur Arbeit hatte ich nicht übrig. Zugegebenermaßen bin ich keine entspannte Autofahrerin, im Gegenteil, Ich habe kann rohrspatzähnlich schimpfen hinterm Steuer... irgendwie muss es ja raus.

Mir hat sich heute mehrmals auf meiner ca. 12minütigen Fahrt zur Arbeit die Frage gestellt, wieso manche Verkehrsteilnehmer alles dürfen und manche nichts.

Paketboten zum Besipiel scheinen das Recht zu haben, einfach überall zu parken, denn sicher ist nichts wichtiger als das QVC Paket der rechtmäßgen Eigentümerin im Seniorenheim zu überstellen. Was soll es, dass man die Kreuzung so zu stellt, dass nicht mehr zu erkennen ist, ob aus der Hauptstraße von links oder von rechts ein Auto in die Nebenstraße einbiegt oder evtl. sich jemand erdreistet in eben diesem Moment gerade aus in die Straße hineinzufahren. Selbstverständlich zeigte MANN sich als Paketbotenfahrer auch wenig verständnissvoll, als ich hupend auf die Gefahrensituation aufmerksam machte und wild gestikulierend darum bat, den Transporter doch bitte woanders abzustellen.

Glücklich darüber, einer Schramme entgangen zu sein, fuhr ich weiter. Seitdem ich regelmäßig am Straßenverkehr in einer relativen großen Stadt teilnehme, leuchten mir gewisse Straßenverkehrsregeln ein. Zum Beispiel jene, die es einem Fahrzeughalter untersagt 5 Meter im Kreuzungsbereich zu parken. Hmh, warum nur? Ah ja, genau, damit ich wiederum mit meinem kleinen Gefährt nicht schon soweit auf der Straße stehe, um zu gucken, ob etwas kommt, dass es sowieso nichts mehr nützt, da jeder andere Fahrer doch schon in mein Auto reingefahren wäre, würde er nicht so aufmerksam fahren.

Auch die Blinkregeln scheinen niemanden mehr zu interessieren. ich möchte abbiegen oder demnächst kurz mal rechts anhalten (und nicht einfach plötzlich stehen bleiben) oder parken? Klar gerne! Nur zeig es mir! So dass ich entsprechend reagieren kann. Vielleicht verurteile ich den Großteil der Auftofahrer etwas vorschnell. Vielleicht sollte ich Mitleid haben mit den vielen, die es sich nicht leisten können, ihren Blinker zu reparieren. Die Armen. Wahrscheinlich geht vielen anderen Verkehrteilnehmern genauso, sie alle blinken nicht - aus Empathie mit demjenigen, desen Blinker nicht mehr funktioniert, damit er sich nicht so schlecht fühlt. So entsteht natürlich auch ein neuer Trend. Wenn es nur nicht so verdammt gefährlich wäre.

Nachdem ich nun die sichtverparkte Kreuzung auf ein neues schadenfrei überquert hatte, fuhr ich an diversen Baustellen vorbei. Immer schön im Zickzack, geradeaus wäre ja zu einfach für die Städteplaner, ebenso wie die Taktik mal erst eine Baustelle zu beenden, bevor man die nächste auftut. Aber das wäre ein anderes Thema. Ich kam also wohlbehalten an meiner "Lieblings"ampelkreuzung an. Vor der Ampel zweispurig - dahinter verjüngt sich die Straße dann zu einer Spur. Was haben wir mal so schön gelernt in der Fahrschule? Bis nach vorn fahren und dann im Reissverschlussverfahren einfädeln. Zur Erinnerung, Reissverschlussverfahren heißt links - rechts - links - rechts usw. Naja dachte ich zumindest, vielleicht haben die Gesetzesgeber auch etwas verändert. Vielleicht heißt es jetzt, wer das größere Auto hat fährt zuerst? Ich lerne eben jeden Tag dazu.

Nach dem "gefährlichen" Manöver des Einfädelns, wurde mir wieder bewusst, wie gerne ich auch die Radfahrer habe. Bevor ich gleich schimpfende Kommentare ernte. Versteht mich nicht falsch. Ich bin selbst oft mit dem Fahrrad unterwegs und weiß, wie stark man gegen die blecherne Übermacht ankämpfen muss. Aber da mir mein Leben lieb ist, funktioniert zum Beispiel mein Licht vorn und hinten, und ich halte auch ordentlich meine Hand in die Richtung in die ich abbiegen möchte. Tja, aber das scheint ja generell uncool zu sein, vor allem bei Müttern, die in diesem kleinen Anhängern ihre Nachkommen transportieren. Wäre ja schließlich auch völlig unsinnig, den folgenden Autofahrenden anzuzeigen, dass die ganze Familie gleich links ausscheren wird. Die werden das schon mitkriegen, wahrscheinlich spätestens, wenn der Anhänger schon kurz gestreift wurde oder wegen der Vollbremsung ganz andere Probleme zu lösen sind.

Ich erlebe schon was, wenn ich mich so auf den weg zur Arbeit mache. Ist doch auch gut so. Wäre doch doof, wenn ich dem Radioprogramm ungestört zuhören könnte...



15.6.10 16:11

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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Antje (16.6.10 17:41)
Dererlei gibt es in allen Stadtteilen: Mein Arbeitsweg wurde durch einen defekten PKW um unnötige und nervenkostende 20 Minuten verlängert - ärgerlicherweise stand dieser circa 300 m von meinem Ziel entfernt und es gab keinen Parkplatz. Dafür aber einen Autobesitzer, der meinen zweckdienlichen Hinweis, er könnte seinen Wagen doch freundlicherweise ein kleines Stückchen schieben (man hätte sicher gern geholfen) und so das totale Chaos beenden, mit einem Tobsuchtsanfall beantwortete.
Ich fordere mehr Ruhe und Ausgeglichenheit im Straßenverkehr – könnte uns allen nicht schaden.


kiwibabett (16.6.10 18:22)
liebste antje, es ist eben überall das gleiche. aber wir brauchen schließlich die autoindustrie, um uns aus der finanzkrise zu retten ;o)

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